Zwischenruf vom 28.07.2026
Audio | 28.07.2026 | Dauer: 00:01:58 | SR kultur - (c) SR
Themen
Ein kleiner Gruß
Was das Miteinander fördert
Unter Motorradfahrern ist es üblich, dass sie einander kurz grüßen, wenn sie sich begegnen. Sie heben die Finger oder die Hand kurz an. Das signalisiert: „Ich habe Dich wahrgenommen. Schön, dass uns die Motorrad-Leidenschaft verbindet. Ich wünsche Dir gute Fahrt!“ Und wenn ich am Rheinufer jogge, dann passiert es manchmal, dass ein entgegenkommender Jogger kurz hersieht und wir einander mit einem Kopfnicken grüßen. So wird eine kleine Brücke von Mensch zu Mensch geschlagen. Darüber freue ich mich jedes Mal.
Denn ein solcher Gruß ist ein wichtiges Zeichen. Es gibt dem anderen zu verstehen: „Ich habe Dich gesehen, und Du bist mir nicht gleichgültig. Wir haben etwas gemeinsam, ein Hobby, den Beruf oder ein bestimmtes Interesse. Ich freue mich darüber, dass uns etwas verbindet.“ Ein solcher Gruß drückt aus, dass ich diesen Mitmenschen wertschätze und dass ich es mit ihm gut meine.
Und das strahlt aus. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Warum also nicht z.B. beim Aussteigen aus dem Bus den Fahrer kurz grüßen und ihm danken? Ein Gruß mit einem lieben Wort an die Kassiererin im Supermarkt, die ja auch für mich arbeitet – dieser Gruß kann wie ein kleines Licht in ihrer Routinearbeit sein. Weil sie dadurch spüren kann, dass ich sie wahrnehme und würdige. Und schon freut sie sich auf ein Wiedersehen. Im Alltag fördert jeder Gruß das Miteinander in unserer Gesellschaft, im Kleinen, aber wirksam.
In Bayern und Süddeutschland grüßt man sich übrigens traditionell mit „Grüß Gott!“ – was bedeutet: „Gott grüsse Dich! Gott segne Dich!“ Wenn ein solcher Wunsch bei einem Gruß mitschwingt, umso schöner!
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